Kontakt

Home

--------------------------------

Verfügbare Schmerzthemen:

Schmerztherapie
Kopfschmerz

Aufkirchnerstr. 5 D · 82335 Berg ·Tel.: +49(0)8151/973930 · Fax: +49(0)8151/973932

unser

Schmerzforum

Nach einer Studie der Weltgesundheitsorganisation gaben 30% der Befragten an, daß sie im zurückliegenden Jahr mindestens sechs Monate lang "die meiste Zeit" unter einem Schmerz litten. Neben dem Leid der Betroffenen verursacht ein chronischer Schmerz enorme volkswirtschaftliche Kosten. Allein die schmerzbedingten Arbeitsausfälle summieren sich in Deutschland innerhalb eines Jahres auf ca. 20 Milliarden Euro. 
Die Bundesregierung kommt in einer Studie zum Ergebnis, daß ein erheblicher Teil der Patienten mit einem chronischen Schmerz in Deutschland bis heute nicht optimal gesundheitlich versorgt werden, obwohl entsprechende medizinische Kenntnisse und Verfahren verfügbar sind.

Was ist Schmerz?

Die Definition der IASP (International Association for the Study of Pain) von 1986 lautet:

  • Schmerz ist ein unangenehmes Sinnes- oder Gefühlserlebnis, das mit aktuellen oder potentiellen Gewebsschädigungen verknüpft ist oder mit Begriffen solcher Schädigungen beschrieben wird

Ohne Schmerz ist kein Leben vorstellbar. Der Schmerz hat primär die Aufgabe, unser Leben, unsere Gesundheit zu schützen. Ein Schmerz warnt uns vor einer Gefahr. Dabei kann es sich um schädigende Einwirkungen handeln die von außen kommen, aber auch in uns selbst entstehen können.

  • Schmerz aufgrund "äußerer" Schädigungen: mechanische, chemische, thermische oder inhalative (= durch Einatmung hervorgerufene) Verletzungen

  • Schmerz aufgrund "innerer" Schädigungen: Entzündungen, Durchblutungsstörungen, Tumore, Krämpfe, Entstehung von krankhaften Stoffwechselprodukten

Leider gibt es aber auch einen Schmerz, der keine Warnfunktion (mehr) ausübt, er hat sich verselbständigt und ist so zu einer Schmerzkrankheit geworden.

Die Einstellung zum Schmerz und damit auch zur Schmerztherapie hat sich im Laufe der letzten Jahrhunderte entscheidend gewandelt. Während im Mittelalter das Ertragen von Schmerz oft als Nähe zum Schicksal Jesus Christi erlebt und vom Umfeld gewürdigt wurde und somit das Erdulden von Schmerz eine ehrenvolle und von Gott auferlegte Bürde war, änderte sich diese Ansicht im Rahmen der Aufklärung und der folgenden Jahrhunderte bis hin zur heutigen Einstellung, daß ein Schmerz, der über ein gewisses Maß hinausgeht und der vor allen Dingen einen gewissen zeitlichen Rahmen überschreitet, eine Art Fehlfunktion des menschlichen Nervensystems und damit eine zu korrigierende Krankheit darstellt.

In der modernen Schmerz therap ie unterscheidet man den akuten Schmerz von chronischen Schmerzerkrankungen. Ein akuter Schmerz wird meist durch eine Gewebeschädigung hervorgerufen und geht parallel zur Ausheilung des Gewebeschadens wieder zurück. Er ist daher selbstbegrenzend und erfüllt meist eine sehr sinnvolle Warnfunktion sowie edukatorische Funktionen (= zwingen häufig in eine bestimmte Schonhaltung, sie weisen auf die schädliche Wirkung toxischer Stoffe hin etc.).  
Die
Behand lung eines akuten Schmerzes, einschließlich der postoperativen Schmerz therap ie, stellt heute ein gut beherrschbares Problem dar, da die zur Verfügung stehenden Analgetika (= Schmerzmedikamente) in der Regel gut wirksam sind. Bei sehr starken Schmerzzuständen, wie beispielsweise nach einer Operation, kommen häufig auch Opioide (= morphinähnliche Schmerzmittel) erfolgreich zum Einsatz.

Die eigentliche Herausforderung in der Schmerz therap ie stellen hingegen ein chronischer Schmerz (= lang andauernder Schmerz) dar. 
Die
Behand lung eines chronischen Schmerzes wirft erhebliche diagnostische (= Erkundung der Schmerzursache), sozialmedizinische (vor allem arbeitsmedizinische) und therapeutische Probleme auf. Der chronische Schmerz wird mit der Zeit zu einem zunehmend eigenständigen Krankheitsbild ("Schmerzkrankheit"), das die körperlichen, seelischen und sozialen Fähigkeiten des Patienten zunehmend einschränkt.

  • Typisch ist auf körperlicher Ebene die schmerz bedingte Zunahme der Bewegungsarmut, das Einnehmen von Schonhaltungen mit entsprechenden Fehlbelastungen der Gelenke und muskulären Strukturen sowie die Durchführung von nicht indizierten (= nicht gut begründeten) operativen Eingriffen (iatrogene Schädigung = vom Arzt verursacht Schädigung).

  • Auf seelisch-emotioneller Ebene spielen vor allen Dingen depressive Verstimmungen, das Gefühl einer zunehmenden Ohnmacht, Müdigkeit und Erschöpfung sowie Angst vor weiteren Einschränkungen eine entscheidende Rolle. 
    Bei stärker chronifizierten Schmerz-Patienten bilden sich zudem vegetative (= das unterbewußte Nervensystem betreffende) Beschwerden wie vermehrtes Schwitzen, innere Unruhe, Tachykardien (= schneller Puls), Ein- und Durchschlafstörungen, Sodbrennen und Globusgefühl (= "Kloßgefühl im Hals") aus.

  • Die zwischenmenschlichen (sozialen) Einschränkungen beziehen sich sowohl auf das familiäre Umfeld als auch auf den Freundeskreis und die Arbeitswelt. Durch die o.g. Leistungseinschränkungen wird eine gleichberechtigte Interaktion häufig verhindert und der Kranke mit einem chronischen Schmerz sieht sich häufig mit Konflikten in der Familie, im Arbeitsverhältnis sowie im Freundeskreis konfrontiert. Am Ende kann das zu einem weitgehenden Rückzug und zu erheblichen finanziellen Problemen führen.

Beim chronischen Schmerz kommt es häufiger zu einer Entkopplung des Schmerz es von der Gewebsschädigung bzw. es gibt keine nachweisbare primäre Gewebsschädigung (mehr). 
Ein Beispiel hierfür ist ein persistierender (= anhaltender) Schmerz nach einer „gelungenen“ Laminektomie (= eine Bandscheibenoperation), d.h. ein Postlaminektomie-Syndrom
Als Beispiel für einen Schmerz ohne ein entsprechendes somatisches (= körperliches) Korrelat sei hier die somatoforme Schmerzstörung genannt. Neuere Daten weisen darauf hin, daß 12 Millionen Bundesbürger in ihrem Leben zumindest vorübergehend unter einer somatoformen Schmerzstörung leiden!

Der Begriff der Schmerzs törung wurde im Diagnostischen und Statistischen Manual Psychischer Störungen, DSM-III (American Psychiatric Association - APA, 1980) erstmals verwendet. Was ein Schmerz ist, kann man sich vorstellen - was aber ist unter einer Störung zu verstehen? Der Begriff Störung soll einen beobachtbaren Komplex von Symptomen (= Krankheitszeichen) oder Verhaltensauffälligkeiten anzeigen, der immer auf der individuellen und oft auch auf der zwischenmenschlich-sozialen Ebene mit Belastung und Beeinträchtigung von Funktionen verbunden ist.

Dominiert medizinisch ein unerklärbarer Schmerz das klinische Bild eines Patienten, so wird ihm innerhalb der Gruppe der Störungen seit 1980 ein eigener diagnostischer Status als Schmerzs törung eingeräumt. Die Bezeichnung somatoforme Störungen dient als Oberbegriff für eine Gruppe von Personen, bei denen medizinisch unklare körperliche Symptome im Vordergrund der klinischen Symptomatik stehen. Neben der Schmerzs törung gehört beispielsweise auch die Hypochondrie zur Gruppe der somatoformen Störungen.

Aufgrund der komplexen Problematik beim chronischen Schmerz entstand zunehmend das Bedürfnis nach einer zusätzlichen Qualifikation zur Betreuung dieser chronischen Schmerz-Patienten. 1996 wurde von der Bundesärztekammer in Deutschland die Zusatzbezeichnung „Spezielle Schmerztherapie“ verabschiedet. Diese Zusatzqualifikation kann von patientenorientierten Fachärzten erworben werden und setzt eine 80-stündige standardisierte theoretische Weiterbildung sowie die hauptamtliche ganztägige Arbeit in einem Ausbildungszentrum für „Spezielle Schmerz therap ie“ (Schmerzklinik) für mind. 1 Jahr voraus. Die Zusatzbezeichnung „Spezielle Schmerz therap ie“ wird erst nach einer mündlichen Prüfung seitens der Landesärztekammer vergeben.

Eine solche Ausbildung / Weiterbildung (praktische und theoretische) bieten z.B. in Bad Mergentheim gleich 2 Kliniken an:

Folgende Krankheitsbilder werden sinnvollerweise von Fachärzten mit Zusatzbezeichnung „Spezielle Schmerz therap ie“ behandelt/mitbehandelt:

Kopfschmerzen: Migräne mit Aura, Migräne ohne Aura, Cluster-Kopfschmerz,

       Spannungskopfschmerz, paroxysmale Hemikranie

Gesichtsschmerz: Trigeminusneuralgie, atypischer Gesichtsschmerz,

       Costen-Syndrom (myofaziale Dysfunktion), Dentalgie (= Zahnschmerz)

Rückenschmerzen: Zervikobrachialgie (mittleres und unteres HWS-Syndrom

      Zervikozephalgie, (oberes HWS-Syndrom), BWS-Syndrom,

       LWS-Syndrome, Beckenringsyndrom, Postdisketomiesyndrom

       (= Schmerz en nach einer Bandscheibenoperation), Lumboischialgie, Ischiasbeschwerden

       Piriformissyndrom, Sakralgie, Koccygodynie (= Steissbeinschmerz)

Gelenkschmerz: Periarthritis humeroscapularis, chronifiziertes

       Impingement-Syndrom, Ellenbogenschmerzen, Epicondylopathia

       radialis und ulnaris („Tennisellenbogen / Golferarm“),

       Handgelenksschmerzen und Fingerschmerzen, Schmerz en bei Heberdenarthrose,

       Bouchard-Arthrose, Coxarthrose, Gonarthrose,

       Schmerz en der Sprung- und Fußgelenke

Muskuläre Schmerzsyndrome: Fibromyalgie, generalisiertes myofasziales Schmerzsyndrom

       Ansatztendinose, Tortikollis spasticus (= Schiefhals)

Entzündliche Schmerzerkrankungen: bes. rheumatischer Formenkreis

Neuropathischer Schmerz (= durch Nervenschäden verursachter Schmerz):

       Stumpfschmerzen und Phantomschmerz, Kausalgie (CRPS Typ II), Schmerz en

       nach Schlaganfall, Schmerz en bei kompletter oder inkompletter

       Querschnittsyndrom (zentrale Schmerzsyndrome), Schmerz en bei Plexusausriss,

       Schmerz en nach Leistenhernienrevisionen mit Nervenschädigungen,

       Polyneuropathie, postzosterische Neuralgie (= Gürtelrose), Interkostalneuralgie

       und andere Neuralgien

Sympathalgie (= vom sog. autonomen Nervensystem ausgehende Schmerz en):  

       Sudeck Dystrophie (CRPS Typ I), Kausalgie (CRPS Typ II)

Viszerale Schmerzsyndrome: insbesondere Bauchschmerz bei

       Verwachsungsbauch sowie bei nicht eindeutig zuzuordnenden und

       daher nicht kausal (= ursächlich) angehbaren Bauchschmerzen

Ischämischer Schmerz (= Schmerz aufgrund einer Durchblutungsstörung) ohne Möglichkeit

       einer kausalen (= auf die Ursache gerichteten) Therapie bzw. Begleittherapie

Tumorschmerzen

Psychogene Schmerzerkrankungen: somatoforme Schmerzstörung

Algogenes Psychosyndrom (= beschreibt die Eingrenzung und Zentrierung

       des persönlichen Erlebens auf die Schmerzerkrankung)

Die „Spezielle Schmerz therap ie“ ist aufgrund der Beeinträchtigung sowohl körperlicher als auch seelischer und sozialer Fähigkeiten durch eine chronische Schmerzerkrankung auf multimodale Therapiekonzepte ausgelegt. Diese beinhalten u. a.:

  1. Information über die Erkrankung
  2. Medikamentöse Schmerzbehandlung (u.a. Schmerzmittel, schmerzlindernde Psychopharmaka, auch als Infusionen, individuell ausgetestet)
  3. Therapeutische Lokalanästhesie (= Behandlung mit einem örtlichen Betäubungsmittel bzw. Lokalanästhetika) in Form von Infiltrationen und Nervenblockaden, evtl. auch rückenmarknahe Blockaden, auch kontinuierlich mit Katheter 
  4. Physiotherapie (Krankengymnastik und andere Anwendungen) bei Funktionseinbußen
  5. Akupunktur
  6. TENS-Therap ie (schmerzlindernde elektrische Ströme, die von einem kleinen tragbaren Gerät abgegeben werden)
  7. Psychologische Therapieverfahren (bes. Entspannungsverfahren und Schmerzbewältigungstraining)
  8. Bei Beteiligung der Wirbelsäule auch Chirotherapie
  9. evtl. diätetische Maßnahmen entspr. der Grundkrankheit

Das Forum befindet sich noch im Aufbau. Wir suchen für Sie aus dem Internet die besten Seiten zum Thema Schmerz heraus. Falls Sie nach einer bestimmten Krankheit in Verbindung mit Schmerzen suchen, so lassen Sie uns das wissen. Innerhalb von 48 Stunden steht ein entsprechender Beitrag dann zur Verfügung.

Ihr Schmerzforum der Medical Future G.m.b.H. - Kontakt

Haftungshinweis:
Für die gemachten Angaben übernimmt der Autor keine Gewähr, im Einzelfall ist immer ein Arzt zu konsultieren! Trotz sorgfältiger inhaltlicher Kontrolle übernehmen wir auch keine Haftung für die Inhalte externer Links. Für den Inhalt der verlinkten Seiten sind ausschließlich deren Betreiber verantwortlich.